Was funkt denn da?

Was funkt denn daNur gut, dass wir die Funkwellen um uns herum weder sehen noch hören können. Immer mehr Endgeräte wie Smartphones und Tablets helfen uns im Alltag durch drahtlose Funketiketten beim Verbindungsaufbau oder erleichtern uns beispielsweise den Einkauf. Wie immer, wenn verschiedene Hersteller Geräte produzieren, die miteinander „reden“ sollen, braucht es eine gemeinsame Sprache, einen Standard – aber wie so oft gibt es hier nicht nur einen, sondern gleich mehrere. Was allen diesen Standards gemeinsam ist, ist die relativ kurze Reichweite von nur wenigen Metern. Die Geräte unterhalten sich sozusagen nur recht „leise“ und „rufen“ nicht so laut wie WLAN oder „schreien“ gar wie das Mobilfunknetz. Die gängigsten Standards der drahtlosen Kurzstrecken-Kommunikation und ihre Einsatzbereiche möchte ich euch heute einmal kurz vorstellen:

Bluetooth

Der wohl älteste Standard den wir für die Kurzstreckenkommunikation nutzen ist Bluetooth: Wohl jeder kennt die Hauptanwendung – die Kopplung des Mobiltelefons mit der Freisprecheinrichtung im Fahrzeug. Später kamen die Anbindung von Tastatur oder Maus an Rechner oder Notebook hinzu und heute wird im Fahrzeug nicht mehr nur telefoniert, sondern auch die Musiksammlung direkt vom Mobiltelefon abgespielt. Auch die Übertragung einer Datei, z. B. eines Fotos von einem Mobiltelefon zum Rechner ist so ohne den Umweg des E-Mail-Schreibens möglich.

ANT+

Ein im Fitnessbereich verbreiteter Standard zur Kopplung von Herzfrequenzmessungen, Trittfrequenzen beim Radfahren, der Schrittzähler beim Wandern oder auch der Messung der Temperatur oder des Körpergewichts hört auf dem Namen ANT+. Dieser Standard nutzt die gleichen Frequenzen wie Bluetooth, spricht aber sozusagen eine andere Sprache.

RFID

RFID, engl. radio-frequency identification, ist schon länger im Einsatz ohne den meisten unter diesem Namen bekannt zu sein: Die Grundlagen stammen aus der militärischen Nutzung der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Den meisten aber wird diese Technik wohl vom Einkaufen bekannt geworden sein – die kleinen Aufkleber oder Anhänger zur Verhinderung des Warendiebstahls in Kaufhäusern. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Standards werden für RFID verschiedenste Frequenzen eingesetzt.

NFC

Die neueste Anwendung zur Kurzstreckenkommunikation ist NFC, ein auf RFID aufbauendes System. Der Vorteil von RFID und damit NFC (Abkürzung für near field communication) besteht darin, dass der Sender keine eingebaute Energiequelle braucht – er bekommt seinen Strom vom Empfänger. Und diese Technik ist weiter verbreitet als viele glauben: Schaut mal in eure Geldbörse – sicherlich haben einige eurer Karten eine entsprechende Funktion eingebaut und nicht immer ist dafür auch eine entsprechende Kennzeichnung auf der Karte vorhanden. Probiert es einfach mal aus mit der entsprechenden Kreditkarte im Supermarkt zu zahlen – bei Kleinbeträgen funktioniert das dann auch ohne Unterschreiben oder PIN-Eingabe. Eine weitere praktische Anwendung ist die Kopplung von Mobiltelefon und Digitalkamera – dieser Austausch wäre sicherlich auch per QR-Code machbar, die Funktechnik hat aber den Vorteil auch bei schlechter Beleuchtung zu funktionieren. Der „Einbau“ dieser Technik in Reisepässe und Personalausweise hat für einige Aufregung gesorgt und eine neues Produktfeld entstehen lassen: Es gibt jetzt Hüllen und Geldbörsen, die den Zugriff auf diese Dokumente erschweren sollen. Aber falls ihr mal wieder ein Passbild in digitaler Form braucht, ladet es einfach vom Reisepass – keine Angst, so einfach wie das Bezahlen ist das allerdings nicht: Es reicht nicht das Lesegerät an den Reisepass zu halten, man muss auch noch das Geburtsdatum und das Ablaufdatum des Reisepasses kennen – und wer sich das abschreibt, kann sich das Bild auch so ansehen.